Glossar
AltruismusAltruismus bezeichnet eine selbstlose Denk- und Handlungsweise, bei der das Wohl anderer Menschen oder der Gemeinschaft über die eigenen Interessen gestellt wird. Altruistisches Verhalten erfolgt ohne Erwartung einer Gegenleistung und dient allein dem Ziel, anderen zu helfen oder das Gemeinwohl zu fördern.
Animal Welfare IndexDer Animal Welfare Index ist ein Indikator zur Bewertung des Tierwohls. Er fasst verschiedene Aspekte des Tierschutzes in einem einzigen Wert zusammen, um das Wohlergehen von Tieren messbar und vergleichbar zu machen.
Bottom of the PyramidAls Bottom of the Pyramid-Geschäftsmodelle (BOP) werden solche Geschäftsmodelle bezeichnet, die sich auf die Erbringung basaler Dienstleistungen und den Vertrieb von Waren des täglichen Bedarfs konzentrieren. Solche Geschäftsmodelle spielen in wenig entwickelten Volkswirtschaften eine große Rolle, während in Ländern mit differenzierten und leistungsfähigen Sozialsystemen Bedarfe auf dieser Stufe in der Regel durch staatliche Systeme weitgehend gedeckt werden.
Capacity BuildingCapacity Building bezeichnet den Aufbau und die Stärkung von Fähigkeiten, Wissen und Ressourcen innerhalb einer Organisation oder Gemeinschaft. Ziel ist es, die Handlungskompetenz der Akteure zu erweitern, damit sie ihre Ziele langfristig aus eigener Kraft effektiver erreichen können.
Collective ImpactCollective Impact beschreibt die koordinierte Zusammenarbeit verschiedener Organisationen und Stakeholder, um gemeinsam ein komplexes gesellschaftliches Problem zu lösen. Dabei verfolgen alle Beteiligten eine gemeinsame Vision und abgestimmte Strategien, um zusammen eine größere und nachhaltigere Wirkung zu erzielen.
Donor Advised FundEin Donor Advised Fund (DAF) ist ein Spendenkonto, in das man Geld einzahlt und dafür sofort eine Spendenquittung erhält. Der Spender kann später entscheiden, an welche gemeinnützigen Organisationen die Mittel aus dem Fonds ausgeschüttet werden, während das eingezahlte Geld bis zur Auszahlung verwaltet und meist ertragreich angelegt wird.
Effective Altruism (Wirksamer Altruismus)Effective Altruism ist eine Philosophie und soziale Bewegung, die mit rationalen und wissenschaftlichen Methoden das grösstmögliche Gute bewirken will. Anhänger dieser Idee analysieren, welche Hilfsprojekte oder Spenden den größten positiven Einfluss haben, und setzen ihre Ressourcen gezielt dort ein.
ESG-KriterienDie ESG-Kriterien umfassen Anforderungen im Bereich Environmental, Social und Governance. Sie dienen dazu die Nachhaltigkeitsleistungen einer Organisation oder Investition in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zu bewerten.
EvaluationMit einer Evaluation können die Ergebnisse philanthropischen Aktivitäten ermittelt werden. Dieser Prozess umfasst Analyse, Messung und Bewertung, um die erzielte Wirkung feststellen zu können.
EvidenzbasiertEvidenzbasiert bedeutet, dass Entscheidungen oder Handlungen auf wissenschaftlichen Belegen und nachgewiesenen Fakten beruhen. Ein evidenzbasiertes Vorgehen nutzt vorhandene Daten und Erkenntnisse, um die Wirksamkeit und Richtigkeit von Massnahmen zu untermauern.
Grantee Perception ReportEin Grantee Perception Report (GPR) ist ein Bericht, der die Rückmeldungen von Fördermittelempfängern (Grantees) über die Zusammenarbeit mit einem Geldgeber zusammenfasst. Er zeigt Stiftungen und anderen Förderern, wie ihre Unterstützung wahrgenommen wird, und liefert Hinweise, wie sie ihre Förderpraxis aus Sicht der Geförderten verbessern können.
ImpactDer Impact ist die erzielte Wirkung auf gesellschaftlicher Ebene. Bei einem positiven Impact haben sich die sozialen oder ökonomischen Rahmenbedingungen in dem Umfeld der Zielgruppe verbessert. Zudem macht der Impact wesentlich den Erfolg jedes philanthropischen Projekts aus, da er die letzte Ebene der Wirkungstreppe darstellt.
Impact InvestingWirkungsorientiertes Investieren, auch Impact Investing genannt, bezeichnet eine Anlagestrategie, bei der neben der finanziellen Rendite bewusst ein positiver sozialer oder ökologischer Effekt angestrebt wird. Investoren legen ihr Kapital gezielt in Projekte oder Unternehmen an, die neben finanziellen Erträgen messbar positive Auswirkungen auf Gesellschaft oder Umwelt erzielen sollen.
InputDer Input sind die Ressourcen und Investitionen, die für die Umsetzung der philanthropischen Aktivitäten erforderlich sind. Das können finanzielle Mittel sein, aber auch weitere Formen der Unterstützung wie Zeit, Wissen oder Sachleistungen.
IOOI-ModellDas IOOI-Modell (Input-Output-Outcome-Impact) ist ein Konzept zur Planung und Messung der Wirkung von Projekten. Es beschreibt die Kette von den eingesetzten Ressourcen (Input) über die daraus resultierenden Leistungen (Output) und Veränderungen (Outcome) bis hin zu den langfristigen Wirkungen (Impact).
Katalytische PhilanthropieKatalytische Philanthropie bezeichnet einen strategischen Ansatz des Gebens, bei dem philanthropische Mittel so eingesetzt werden, dass sie weitreichende Veränderungen anstossen. Spender agieren dabei als Katalysatoren für sozialen Wandel, indem sie neben Geld auch ihr Wissen, ihr Netzwerk und andere Ressourcen einbringen, um Lösungen zu beschleunigen.
MäzenatischMäzenatisch beschreibt ein Förderverhalten nach Art eines Mäzens. Damit ist eine grosszügige, uneigennützige Unterstützung von kulturellen, sozialen oder wissenschaftlichen Projekten gemeint – oft aus persönlicher Leidenschaft und ohne direkte Gegenleistung oder Einflussnahme.
Mission-related InvestingMission-related Investing ist eine Anlagestrategie, die neben einer finanziellen Rendite, eine bestimmte inhaltliche Mission oder einen definierten Zweck verfolgt.
NachhaltigkeitNachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen verantwortungsvoll zu nutzen, ohne sie auszubeuten, damit auch zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse befriedigen können. Dafür ist es erforderlich, dass ein System dauerhaft erhalten wird und sich dessen Zustand nicht verschlechtert. Die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen der Nachhaltigkeit werden dabei gleichermaßen geschützt und erhalten.
Non-Profit Starvation CycleDer Non-Profit Starvation Cycle beschreibt einen Teufelskreis, in dem gemeinnützige Organisationen aus Sorge vor Spenderkritik ihre Ausgaben für Verwaltung und Infrastruktur künstlich niedrig halten. Diese Selbstbeschränkung führt langfristig zu ineffizienten Strukturen und schwacher Leistungsfähigkeit, weil wichtige Investitionen in Personal und Ausstattung ausbleiben.
OutcomeDer Outcome beschreibt die erzielte Wirkung bei der Zielgruppe. Idealweise kann mit der Auswahl des passenden Input und den Output eine langfristige Verhaltensveränderung herbeigeführt werden.
OutputDer Output sind die Angebote und Leistungen des philanthropischen Projektes. Diese werden der Zielgruppe offeriert und im besten Fall angenommen.
Protected Cell Company (PCC)Die Segmentierte Verbandsperson ist eine für alle Gesellschaftstypen offene Organisationsform, welche aus einem Kern sowie einem oder mehreren Segmenten besteht, die voneinander getrennt sind. Bei einer PCC-Stiftung besteht beim Vermögen verschiedener Stifter, eine echte Haftungstrennung. Die Trennung besteht sowohl zwischen dem Kern und den Segmenten als auch zwischen den einzelnen Segmenten der Stiftung. So können einzelne Vermögenswidmungen, welche ansonsten in Form von Einzelstiftungen zu errichten wären, im Kern gemeinsam verwaltet werden aber betreffend Haftung, Kapitel und gemeinnützigem Zweck voneinander getrennt bleiben.
Quality-adjusted life yearsQuality-adjusted life years (QALY, qualitätskorrigierte Lebensjahre) sind eine Masseinheit zur Bewertung von Gesundheits- und Sozialmaßnahmen. Ein QALY entspricht einem gewonnenen Lebensjahr in voller Gesundheit, wobei sowohl die Verlängerung der Lebenszeit als auch die Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt werden.
Randomisierte Kontrollgruppen (randomised controlled trial)Randomisierte Kontrollgruppen (randomised controlled trial) dienen in einer Studie dazu, die Wirksamkeit einer Maßnahme nachzuweisen zu können. Dabei werden die Teilnehmenden zufällig entweder der Interventionsgruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Durch die Beobachtung beider Gruppen kann die Wirksamkeit der Intervention überprüft werden.
Sustainable Development Goals (SDGs)Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind eine Sammlung von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Jedes Ziel enthält spezifische Unterziele, sodass insgesamt 169 Unterziele festgelegt wurden. Die SDGs haben das Ziel, weltweite soziale und ökologische Herausforderungen anzugehen und somit eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen.
Social BusinessEin Social Business ist ein Unternehmen, das primär ein soziales oder ökologisches Ziel verfolgt und keine Gewinnmaximierung. Gewinne werden meist wieder in die Mission des Unternehmens investiert, sodass das Geschäftsmodell zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beiträgt.
Social EntrepreneurSocial Entrepreneurs (Sozialunternehmer) sind Gründer oder Führungskräfte, die mit innovativen Ansätzen gesellschaftliche Probleme lösen wollen. Ihr Fokus liegt auf einem positiven sozialen oder ökologischen Einfluss, wobei finanzielle Gewinne vor allem als Mittel zum Zweck dienen, um die Mission voranzubringen.
Social Return on Investment (SROI)Der Social Return on Investment (SROI) ist eine Methode zur Bewertung des gesellschaftlichen Mehrwerts einer Investition. Er zeigt, welchen sozialen oder ökologischen Nutzen eine Maßnahme im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln erzielt. Der SROI wird oft als Zahlenverhältnis dargestellt, zum Beispiel 1:3 – das bedeutet: Jeder investierte Euro erzeugt einen dreifachen sozialen Nutzen. Dieses Instrument soll dazu dienen, Wirkung messbar und vergleichbar zu machen.
SpendeStakeholder sind Personen oder Gruppen, die ein relevantes Interesse an den Handlungen und Entscheidungen einer Organisation haben. Dazu zählen beispielsweise Mitarbeiter, Kunden und Investoren, aber auch die Öffentlichkeit, sofern sie von der Tätigkeit der Organisation betroffen ist.
StiftungEine Stiftung ist eine Organisationsform, bei der das Vermögen einer stiftenden Person einem bestimmten Zweck gewidmet wird. Der Zweck kann sowohl ein privates Anliegen als auch ein gemeinnütziges Ziel sein. Durch die Stiftung wird sichergestellt, dass das Vermögen dauerhaft für den festgelegten Zweck verwendet wird und somit langfristige Wirkung entfaltet.
TestamentsspendeMit einer Testamentsspende kann eine Person in ihrem Testament festlegen, in welchem Umfang das Vermögen nach ihrem Ableben einem bestimmten (gemeinnützigen) Zweck zugutekommen soll.
Theory of ChangeDie Theory of Change ist ein Ansatz zur Steigerung der Wirkungsorientierung von Organisationen. Sie fördert das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen den durchgeführten Aktivitäten und den erzielten Wirkungen. Dadurch können klarere Ziele formuliert und effektivere Pläne entwickelt werden, unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen. Die Theory of Change stellt eine grundlegende Basis für die Entwicklung von Strategien, die Evaluation der Arbeit und die Kommunikation der Organisation dar. Durch die Anwendung der Theory of Change können Organisationen ihre Wirkung besser verstehen, ihre Aktivitäten optimieren und letztendlich einen größeren gesellschaftlichen Beitrag leisten.
TreuhandstiftungDie Treuhandstiftung ist eine Stiftungsform, bei der die Verwaltung des Vermögens von einem Treuhänder oder einer Treuhandgesellschaft übernommen wird.
TrustEine Treuhänderschaft, auch Trust genannt, verwaltet das Vermögen von einem oder mehreren Begünstigten. Eine Treuhänderschaft ist kein eigenständiger Rechtsträger, sondern ein vertragliches Rechtsverhältnis ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Treuhänderschaften ähneln den trust settlements oder family trusts im englischsprachigen Rechtsbereich.
Venture PhilanthropyVenture Philanthropy ist ein Ansatz der Philanthropie, der sich an den Methoden des Risikokapitals und unternehmerischen Prinzipien orientiert. Gemeinnützige Projekte werden dabei ähnlich wie Start-ups mit finanziellen Mitteln sowie Beratungs- und Netzwerkunterstützung gefördert, um eine möglichst nachhaltige soziale Wirkung zu erzielen.
VerbrauchsstiftungBei einer Verbrauchsstiftung wird das gesamte Vermögen bis zum einem bestimmten Zeitpunkt für einen gewählten Zweck aufgebraucht.
Wirkungsorientiertes Investieren (Impact Investing)Impact Investing ist eine Anlagestrategie, bei der nicht nur die finanzielle Rendite im Fokus steht, sondern auch die Absicht besteht, einen positiven sozialen oder ökologischen Beitrag zu erzielen.
ZeitspendeBei einer Zeitspende engagiert man sich gemeinnützig, um anderen Menschen oder Organisationen zu helfen. Dabei stellt man freiwillig seine Zeit, Fähigkeiten und Ressourcen zur Verfügung.
ZustiftungEine Zustiftung ist eine freiwillige Zuwendung an eine Stiftung, die entweder in Form von Geld oder Sachleistungen erfolgen kann. Im Unterschied zu Spenden, die unmittelbar für den aktuellen Stiftungszweck verwendet werden, werden Zustiftungen dem Stiftungskapital zugeführt. Durch Zustiftungen wird die finanzielle Basis der Stiftung gestärkt, da das Kapital langfristig angelegt werden kann, um Erträge zu erwirtschaften, die wiederum für die Verfolgung des Stiftungszwecks genutzt werden können.